Weiterbildung Dialogisch-humanistische Traumatherapie – Kurs 2026/2027

Die Weiterbildung in dialogisch-humanistischer Traumatherapie wird als Jahreskurs mit 7 Modulen (je 2 Kurstage) von der GestaltAkademie Köln in Kooperation mit dem Münchner Institut für Traumatherapie (MIT) angeboten.

Die Ausbildung verbindet lernpsychologisch-verhaltenstherapeutische und systemische Aspekte in einem gestalttherapeutischen, mehrphasigen Ansatz. Das Konzept wurde von Prof. Dr. Willi Butollo (ehem. LMU München) aus über 30-jähriger Arbeit mit traumatisierten Menschen verschiedener Kulturkreise entwickelt.

Trauma kann generell verstanden werden als eine nicht assimilierte Erfahrung von Grenzverletzung – es wird nicht nur durch das Ereignis konstituiert, sondern auch durch den Mangel an relationaler Unterstützung, um es zu durchlaufen und zu verarbeiten (Gianni Fancesetti). Traumafolgen sind ein sozial-interpersonelles Problem – sie zeigen sich bei Betroffenen in charakteristischen Symptomen und in der Gestaltung von Beziehungen.

Der Kurs vermittelt anhand verschiedener diagnostischer Modelle ein Verständnis der Selbstprozesse bei Mono- und Komplextraumatisierung und ihrer sogenannten Leitsymptome. Auf dieser Basis werden Techniken und Arbeitsweisen der vierphasigen, humanistischen Traumatherapie vorgestellt und in Übungen erfahrbar gemacht.

In einer ersten Phase – und im weiteren Prozess immer wieder – liegt der Fokus auf Wahrnehmung und Kontakt im Gegenwärtigen, um ein differenziertes, auch körperliches Gefühl der Kontrolle und Sicherheit bei gleichzeitiger Annahme eines Maßes von Unsicherheit in der aktuellen Situation aktivieren zu können. Dazu werden Techniken zur Selbstregulation eingeübt. Auch die Psychoedukation als Unterstützung zum Verstehen eigener Erlebens- und Verhaltensweisen spielt eine wichtige Rolle.

Im Weiteren geht es um die Stabilisierung der Selbstfunktionen in Interaktionen des Alltags, um die Förderung von Selbstwirksamkeit im Dialog – in trauma-assoziierten, jedoch trauma-fernen Umständen.

Eine wichtige Phase ist die dialogische Exposition, in der in einer imaginierten Konfrontation mit dem Verursacher oder Täter Alternativen zu der in der traumatischen Situation erlebten und verfestigten Hilflosigkeit oder Selbstaufgabe ganzheitlich spürend gesucht und gefunden werden, um (wieder) zu eigener Stärke zu finden. Für diese herausfordernde Prozessarbeit zur (Wieder-)Etablierung einer gesunden Kontaktgrenze hat Willi Butollo die 4-Stuhl-Technik entwickelt.

Schließlich geht es in der Integrationsphase um die Stärkung der entwickelten Fähigkeiten und Kompetenzen an der Kontaktgrenze sowie um innere Auseinandersetzung und vielleicht um Annahme der durch die Traumatisierung eingetretenen, unverrückbaren Veränderungen.

Für die dialogische Begleitung dieses herausfordernden Prozesses braucht es auf der Therapeutenseite ein präsentes, zugewandtes Gegenüber, das sich des Prozesses bewusst ist, emotional erreichbar für den Schrecken der Klientin und gleichzeitig mit festen Boden unter den Füßen – eine herausfordernde Aufgabe auch auf der Therapeutenseite.

Nähere Informationen zum Kurs unter https://gestaltakademie-koeln.de/weiterbildung-fuer-therapeutinnen/dialogische-traumatherapie/

Kontaktaufnahme unter

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