Workshop – Therapie, Trauma und Polyvagaltheorie

Es gibt kaum eine Therapieform die geeigneter wäre, die Erkenntnisse der Polyvagaltheorie in die Praxis umzusetzen als die Gestalttherapie. Doch auch andere Therapieformen können von der Erkenntnissen der Polyvagaltheorie profitieren. Dabei geht es an dieser Stelle nicht um die Integration einer neuen Theorie in spezifische Therapieformen, sondern um die Schaffung einer Verständnisgrundlage, wie im therapeutischen Prozess gezielt mit autonomen Körperreaktionen gearbeitet werden kann. Gerade beim erlebnisorientierten Vorgehen der Gestalttherapie sind diese autonomen Körperreaktionen häufig zu beobachten und begleiten Kontaktunterbrechungen oder sind sogar deren Ursache.

Die Polyvagaltheorie stellt ein Theoriegebäude bereit, vor dessen Hintergrund es möglich ist, autonome Körperreaktionen, die im Zusammenhang mit der Arbeit an traumatischen Situationen auftreten, in ein Erklärungsmuster einzubetten. Insbesondere in der Arbeit am Trauma, aber auch bei anderen seelischen Themenstellungen, sind es zum einem nicht unerheblichen Teil die unwillkürlichen Reaktionen des autonomen Nervensystems, die in der Folge zu massiven Schwierigkeiten der Affektkontrolle, Angst- und Panikattacken, Flashbacks, Depressionen, psychosomatischen Problemen und dissoziativen Symptome führen. Betroffene sind diesen organismischen Reaktionen hilflos und ohnmächtig ausgeliefert. Diese auf Dysregulation des autonomen Nervensystems basierenden Symptome treten nicht nur im Alltag, sondern meist in etwas abgeschwächter Form auch in Therapiesitzungen auf, wo sie sich häufig im Zusammenhang mit Kontaktunterbrechungen zeigen. Werden Betroffene an diesem Punkt bei der Regulation ihrer organismischen Reaktionen unterstützt, kann sich dies sehr förderlich auf den gestalttherapeutischen Prozess und die Integration traumatischer Inhalte auswirken.

Inhalt: Es werden die Grundlagen der Polyvagaltheorie erläutert, die dann in praktisches Handeln umgesetzt werden. Dies geschieht in Form von Demonstrationen und der Arbeit in Triaden. Es besteht auch Raum für die Supervision eigener Fälle.

Voraussetzungen: Erfahrung als Therapeut:in und die Bereitschaft sich mit eigenen traumatischen Erfahrungen in der Gruppe zu befassen. Selbsterfahrung mit der hier vorgestellten Methode ist die Grundlage für einen erfolgreichen Einsatz in der Praxis.

Dauer: 18 Stunden an drei Tagen

Anzahl Teilnehmer:innen: 6 – 8  (wird die Mindestanzahl von Teilnehmer:innen nicht erreicht, entfällt der Workshop)

Kosten: 450€

Beginn: Freitag, 14.6.2024  13:00  Ende: Sonntag, 16.6.2024 gegen 15:00

Anmeldungen: bis spätestens 1.5.2024 bitte verbindlich an . Die Anmeldung ist erst gültig wenn die Kursgebühr auf dem Konto des Veranstalters eingegangen ist.

Weitere Details gerne auf Anfrage.