Wissenschaftliche Anerkennung

Der wissenschaftliche Beirat für Psychotherapie wird die Humanistische Psychotherapie nicht als wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren  und daher auch nicht als Verfahren für die vertiefte Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten empfehlen.

Das ist das Ergebnis des Gutachtens des wissenschaftlichen Beirates für Psychotherapie vom Dezember 2017, dass nach 6-jähriger Beratung veröffentlicht wurde.

Wir haben in der DVG das Ziel der wissenschaftlichen Anerkennung der Gestalttherapie, später im Zusammenhang mit der AGHPT der Humanistischen Therapie, seit etlichen Jahren – begleitet von vielen z.T. widersprüchlichen Argumenten und Diskussionen – verfolgt. Wir sind enttäuscht und möchten uns bei allen bedanken, die den Antrag mit sehr viel Zeit und Engagement betrieben haben.

Wir werden an dem Ziel festzuhalten, die Humanistische Psychotherapie weiter zu verbreiten und vor allem den Klientinnen und Klienten in größerem Ausmaß als bisher zugänglich zu machen. Dazu werden wir gemeinsam mit der AGHPT politische Aktionen initiieren.

Die Delegiertenversammung der Psychotherapeutenkammer Berlin hat am 25.9.2018 folgende Resolution mehrheitlich verabschiedet:

Für den Erhalt und den Ausbau der Verfahrens- und Methodenvielfalt in der Psychotherapie

Die Delegierten der Psychotherapeutenkammer Berlin setzen sich für den Erhalt und den Ausbau der Verfahrens- und Methodenvielfalt in der ambulanten, stationären und institutionellen Psychotherapie ein.
Sie fordern den Vorstand der BPtK auf, bei der Neubesetzung des Wissenschaftlichen Beirates Psychotherapie (WBP) 2018 auf fachlich-wissenschaftliche Vielfalt zu achten. Ebenso sollen die unterschiedlichen Versorgungsebenen, stationär und ambulant, angemessen im WBP repräsentiert sein.
Das Methodenpapier (2010) des WBP bedarf einer Revision, um die einseitige Orientierung der empirischen Anerkennungskriterien an RCT-Studien so zu verändern, dass auch qualitative Studien angemessene Berücksichtigung bei der Bewertung von Methoden und Verfahren haben können.
Bei der Neubesetzung des WBP durch den Vorstand der BPtK soll gewährleistet werden, dass Vertreter*innen der vier psychotherapeutischen Grundorientierungen – Verhaltenstherapie, Psychodynamische Psychotherapie, Systemische Therapie und Humanistische Psychotherapie – mit Stimmrecht im WBP vertreten sind. Mehrheitlich verabschiedet auf der 67. Delegiertenversammlung der Psychotherapeutenkammer Berlin am 25.9.2018.

Am 12.10.2012 hat Prof. Jürgen Kriz im Auftrag der AGHPT einen Antrag an den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP) auf „Beurteilung der wissenschaftlichen Anerkennung des Verfahrens Humanistische Psychotherapie“ gestellt.  Wir haben beschlossen, alle Dokumente zum WBP-Begutachtungsverfahren öffentlich zugänglich zu machen, sofern es sich nicht um vertrauliche, persönliche oder personenbezogene Informationen handelt und folgen damit dem Standard für Gremienarbeit an deutschen Hochschulen mit ihrer Unterscheidung von öffentlichen und nicht-öffentlichen Teilen.